Alumni-Management

„Chemie, die verbindet“ - „Alumni Career Talks“ mit CAU-Alumnus Dr. Eckhard Parzich (BASF SE)

Wie ist es, im weltweit größten Chemie-Konzern zu arbeiten? Als promovierter Chemiker in die Unternehmenskommunikation zu wechseln? Und als Führungskraft aus Deutschland nach China zu gehen? Bei unseren fachübergreifenden „Alumni Career Talks“ erfahren wir es am 24. Januar 2018 aus erster Hand von CAU-Alumnus Dr. Eckhard Parzich (Corporate Communications, Betriebsrat, BASF SE). hier weiterlesen

Die Chemie stimmt

Das gemeinsame Veranstaltungsformat von Alumni-Management und Career Center bringt Studierende, junge Absolventinnen und Absolventen mit Alumni in Führungspositionen zum Austausch zusammen. Dabei gibt es ganz viel Raum für eigene Fragen – und das nutzen die ca. 50 anwesenden Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch! Fast 90 Minuten nimmt sich Eckhard Parzich im Anschluss noch Zeit, um alle Fragen der Anwesenden zu beantworten.

Eckhard Parzich beim Vortrag
Eckhard Parzich bei den Alumni Career Talks (zum Vergrößern klicken)Foto: C. Fink, Uni Kiel

Der gebürtige Dortmunder wollte ursprünglich Meeresbiologie in Kiel studieren, entschied sich dann aber doch für ein Chemie-Studium an der heimischen Universität. Die Sehnsucht nach dem Meer ließ ihn aber nie ganz los. Nach dem Vordiplom wechselte Parzich an die Uni Kiel, wo er auch promovierte. Es war die richtige Entscheidung: „Das tolle Studienumfeld macht den Kopf frei“, sagt er. Was die Uni Kiel dabei besonders auszeichnet, ist für ihn die Sorgfalt in der Forschung: „Die CAU ist eine Arbeitsuni im besten Sinn, hier gibt es keinen Raum für ‚Fake News‘. Ich freue mich, dass es auch die Werkstätten noch gibt“, sagt er. Bei einer gemeinsamen Führung durch den Chemie-Bereich konnte er sich diese Woche selbst davon überzeugen.

Führung durch die Chemie
Führung durch die Chemie (zum Vergrößern klicken)Foto: M. Mika, Uni Kiel

Von Ludwigshafen nach Shanghai

Aufgrund des damaligen Einstellungsstopps von Chemikern entschied sich Eckhard Parzich nach seiner Promotion für eine Weiterbildung zum technischen Redakteur. Er absolvierte ein Praktikum bei der Metallgesellschaft in Frankfurt am Main, und bekam dort erste Einblicke in die Unternehmenskommunikation. Mit 31 Jahren begann er sein Volontariat bei der BASF in Ludwigshafen. „Das ist in dem Alter sicherlich nicht etwas für jeden, aber man muss auch Chancen und Möglichkeiten zur langfristigen Weiterentwicklung erkennen“, sagt er hierzu.

Im Laufe seiner über zwanzigjährigen Karriere in verschiedenen Kommunikationsfunktionen bei der BASF hat er auch sechs Jahre in China gearbeitet. „Das war schon eine Überraschung, als der Anruf von unserem Kommunikationschef kam“, lacht er. „Es hat einen Umzug für die ganze Familie bedeutet.“ Vorbereitet wurde er darauf unter anderem mit interkulturellen Trainings. Wichtig dabei: auf andere Gewohnheiten im Gastland einzugehen. Die können einen in der Praxis aber dennoch überraschen: „Wir hatten vor Ort ein Pressegespräch. Die lokalen Journalisten waren alle sehr jung, keiner hat Essen oder Getränke angerührt.“ Woran es lag? „Der Älteste am Tisch muss in China zuerst mit Essen und Trinken anfangen, danach erst dürfen es die anderen auch. Der Älteste im Raum war ich, alle hatten auf mein Signal gewartet.“ Er berichtet auch vom Projekt „BASF Kids‘ Lab“, einer Kooperation mit der „Sesamstraße“ auf der Expo 2010 in Shanghai, und teilt persönliche Anekdoten darüber, wie der Geschäftsführer eines Fleischwarenfachladens nach deutscher Art in China eine Leberwurst nach seiner Familie benannt hat, die „Parzich Leberwurst“, die es dort heute noch zu kaufen gibt.

Präsentation bei den Alumni Career Talks
Präsentation bei den Alumni Career TalksFoto: C. Fink, Uni Kiel

 

Im Laufe seiner Karriere hat er viele Volontärinnen und Volontäre für seine eigene damalige Einstiegsposition eingestellt. Welche Tipps hat er für unsere Studierenden? „Das Thema der Abschlussarbeit oder Promotion ist gar nicht so entscheidend, wichtig ist eine gute Studienleistung und die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten“. Er ermutigt gerade auch Naturwissenschaftler und Naturwissenschaftlerinnen zu Initiativbewerbungen, weist aber auch auf die starke Wettbewerbssituation hin. „Fachwissen kann ein Qualitätsvorteil sein, dennoch reicht die reine Studienerfahrung ohne Praxiserfahrung nicht aus“, sagt er. „Fangen Sie frühzeitig mit Aufbau eines professionellen Netzwerks an, knüpfen Sie vielfältige Kontakte und pflegen Sie diese – im Studium und im Job“. Und welche Soft Skills sind wichtig für die Arbeit in einem Konzern? „Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke“. Und wie geht man mit Niederlagen um? „Nicht aufgeben und nachhaken – wenn Sie den Job nicht bekommen, rufen Sie den Personaler an, fragen Sie nach woran es gelegen hat. Nur so können Sie etwas für das nächste Mal dazulernen.“

Wir danken Eckhard Parzich sehr herzlich für die persönlichen und praxisnahen Einblicke in seine berufliche Laufbahn und für die vielen wertvollen Tipps, die er für unsere Studierenden und jungen Absolventinnen und Absolventen hatte!

Viel Erfolg beim Netzwerken und herzliche Grüße aus der Uni Kiel

Unterschrift M. Mika

Ihre Mareike Mika M.A. 
Alumni-Management
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)